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Einträge der Kategorie "Meine Text-Tipps"

Selfpublishing, Buchmarketing, SEO-Trends – mein Jahresrückblick 2017

Spannende Buchprojekte für Selfpublisher und Verlagsveröffentlichungen, interessante Websites ohne und mit aktueller SEO-Orientierung und viele spannende Aufträge mehr haben mich 2017 auf Trab gehalten. Mit welchen Trends ich mich sonst in letzter Zeit beschäftigt habe? Das lesen Sie hier in meinen kurzen Jahresrückblick 2017.

Mit Spannung habe ich 2017 die Entwicklung auf dem E-Book-Markt verfolgt. Im Oktober war ich auf der Buchmesse in Frankfurt. Morgens um 6 Uhr in Bremen in den Zug gestiegen, war ich um 10 Uhr da und konnte mich den ganzen Tag dort umschauen. Ein Traum für Buchliebhaber! Besonders beeindruckend war für mich die Selfpublishing-Area, wo ich mir auch den einen oder anderen aktuellen Vortrag angehört habe. Man spürte einfach, dass Selfpublishing ein brandaktuelles Thema bleiben wird und auch die Verlage sich immer öfter bei den Selfpublishern nach neuen Talenten für ihr Programm umschauen. Besonders interessant fand ich übrigens, mit welchen raffinierten Ideen einige Selfpublisher ihre Bücher auf der Buchmesse in Frankfurt beworben haben. Selfpublishing funktioniert nicht ohne ausgereiftes Buchmarketing, sonst geht das eigene Buch in der Flut der neuen Titel einfach unter. Denn während sich bei einer Verlagsveröffentlichung in der Regel der Verlag um das Lektorat und die Werbung kümmert, ist man als Selfpublisher selber dafür zuständig, das eigene Buch lektorieren zu lassen und bei den potenziellen Lesern bekannt zu machen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Selfpublishing in den nächsten Jahren noch weiterentwickelt. Am Ball zu bleiben und zu verfolgen, was auf dem E-Book-Markt und im Buchmarketing funktioniert und was nicht, ist da sicher nicht zu unterschätzen.

Was auch 2017 wieder deutlich wurde: Google wird immer schlauer. Heute reicht es nicht mehr, einfach ein paar Keywords im SEO-Text zu verstecken und sie ständig zu wiederholen, damit Google endlich anbeißt, Ihre Website weit oben in den Suchlisten platziert und damit mehr Kunden auf Ihre Website lockt. Suchmaschinenoptimierung findet heute ganz anders statt: mit hochwertigem holistischem Content, der den Lesern einen wirklichen Mehrwert bietet. Dabei wird ein Thema am besten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und es werden Fragen rund um das entsprechende Thema beantwortet, wobei bei der Contenterstellung nicht nur fachliche Details berücksichtigt werden sollten, sondern auch die Bedürfnisse der Zielgruppe. Das alles unter einen Hut zu bringen, erfordert viel Fingerspitzengefühl, wird aber von Google mit guten Plätzen in der ersten Reihe belohnt.

So sind es auch die Themen E-Books, Selfpublishing, Buchmarketing und Website-Texte mit gleichzeitiger Kunden- und Suchmaschinenorientierung, auf die ich 2018 weiterhin verstärkt meinen Fokus setzen möchte. Hoffentlich finde ich dieses Jahr mehr Zeit, Ihnen von den neusten Trends und spannendsten Projekten auf meinem Textertisch zu berichten.

 

So schaffen Sie Ihre Abschlussarbeit ohne Stress. TEIL III: Die Korrekturphase

Stellen Sie sich vor: Ihre Abschlussarbeit ist endlich fertig, alles frisch gedruckt und gebunden, Sie schlagen irgendwo eine Seite auf: Peng - da ist er! Der erste fette Rechtschreibfehler leuchtet Ihnen grell entgegen. Und schon fühlt sich die Abgabe nicht mehr so ganz gut an. Deshalb: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist gut, Kontrolle ist besser!  

Gelassen bleiben und die Bachelorarbeit oder Masterarbeit im steten Tempo rechtzeitig und mit dem Ergebnis zufrieden abschließen? Das geht! Im ersten Teil meiner Artikelserie, "Die Planungsphase", gab es Tipps zur Vorabplanung, im zweiten Teil, "Die Schreibphase", zu Recherche, Quellenangaben und Schreibprozess. Fehlt denn da noch etwas? Sicher ist sicher: die Korrekturphase!  

Selber noch mal alles durchlesen  

Ist der Schreibprozess abgeschlossen und die Arbeit beendet, lohnt sich immer ein zweiter Blick. Denn im Eifer des Gefechts bleiben Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Stil oft auf der Strecke. Verwirrende Bandwurmsätze, logische Sprünge, inhaltliche Wiederholungen - jetzt ist der Zeitpunkt, diese Haken zu beseitigen, um den DozentInnen den Lesegenuss zu erhöhen. Denn so manche Note hat bereits darunter gelitten, dass Flüchtigkeitsfehler und komplizierte Formulierungen - trotz gutem Inhalt - das Gesamtbild trübten.  

Andere noch mal alles kontrollieren lassen  

Eine unangenehme Wahrheit des Schreiben ist: Was dem Autor logisch erscheint, kann den Leser trotzdem verwirren. Etwa weil Hintergrundwissen vorausgesetzt wird oder nicht nachvollziehbare Gedankensprünge gemacht werden. Auch ist man in der Regel blind für die eigenen Fehler. Wer schon immer "radfahren" geschrieben hat, wird nicht auf die Idee kommen, im Duden nachzusehen, ob es nicht vielleicht doch "Rad fahren" heißen muss. Ob man einen hilfsbereiten Kommilitonen fragt, einen geduldigen Freund oder einen professionellen Lektor - eine weitere Person die eigene Arbeit noch mal lesen zu lassen, ist auf jeden Fall sinnvoll. Dabei gilt: Sollen mehrere Leute die Arbeit noch mal durchgehen, gibt man sie ihnen am besten nacheinander, statt die vielen Korrekturversionen anschließend mit viel Zeitaufwand wieder zusammenzuführen.  

Endkontrolle durchführen  

Haben Sie an alles gedacht? Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung geprüft, alle verwendeten Quellen aufgeführt, Formatierung nach Vorgaben erledigt, Umbruch kontrolliert, alle Überschriften im Inhaltsverzeichnis gecheckt, Seitenzahlen in den Verzeichnissen aktualisiert, Eidesstattliche Erklärung eingefügt? Wenn alles in Ordnung ist, wandeln Sie die Arbeit am besten von Word oder Open Office in ein PDF-Dokument um, damit beim Ausdrucken nichts mehr verrutschen kann. Einer rechtzeitigen Abgabe steht damit nichts mehr im Wege.    

So schaffen Sie Ihre Abschlussarbeit ohne Stress. TEIL II: Die Schreibphase

Motivationslos? Schreibhemmung? Startschwierigkeiten? Meine Erfahrung sagt: Damit sind Sie nicht allein! Mit dem richtigen Zeitmanagement sind langfristige Projekte, wie Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, aber deutlich stressfreier zu bewältigen. Im ersten Teil diese Artikelserie, "Die Planungsphase", ging es um die Planung vorab: Grobplanung machen, Stundenplan erstellen, den besten Arbeitsort finden. Steht die Planung, beginnt die Schreibphase.

Das Thema steht, jetzt geht es an die Recherche. Schon hier können Sie für einen effektiven Umgang mit Ihrer Zeit sorgen.  

Literatur sichten  

Weniger ist manchmal mehr. Wer die Literatur gut sondiert und nur das liest, was wirklich zum Thema gehört, spart sehr viel Zeit. Nichts ist schlimmer, als sich in den Randbereichen des Themas zu verzetteln. Das bedeutet: Bücher, die doch nicht zum Thema der Bachelorarbeit oder Masterarbeit passen, in die Bibliothek zurückbringen. Das entlastet den Schreibtisch und das Gewissen. Probieren Sie es aus! Wenn nur einzelne Aufsätze wichtig sind, ist es kontraproduktiv, den ganzen dicken Wälzer durchzuarbeiten. Im Zweifelsfall können Sie auch einzelne Kapitel einfach kopieren und abheften (Quellenangabe notieren!), falls Sie später doch noch darauf zurückgreifen möchten.  

Saubere Quellenangaben machen  

Nichts hält zum Schluss der Arbeit mehr auf, als im Nachhinein die ganzen zitierten oder paraphrasierten Sätze erneut aus unzähligen Büchern wieder heraussuchen zu müssen. Einer Katastrophe gleich kommt der Fall, wenn das Buch inzwischen von einem anderen Studierenden ausgeliehen wurde und Sie es vor dem Abgabetermin überhaupt nicht mehr zu Gesicht bekommen können. Also gilt: Immer sofort die Quelle mit Seitenzahl notieren. Und dann die Quelle gleich ins Quellenverzeichnis aufnehmen, mit allen bibliografischen Angaben. Das erspart später Sucherei und umständliches Abgleichen.  

Den Schreibprozess angehen  

Aller Anfang ist schwer. Umso besser fühlt es sich an, wenn Sie die ersten Worte zu Papier gebracht haben, und sei es nur das Deckblatt oder die Gliederung. Die Einleitung gilt oft neben dem Fazit als das Herzstück der Arbeit. Dieses Wissen löst nicht selten Schreibhemmungen aus. Bester Tipp also: Einleitung erst mal überspringen und mit dem zweiten Kapitel beginnen. Das ist meistens der Theorieteil, der auf Literatur beruht, an der man sich langhangeln kann. Das fällt vielen leichter. Die Einleitung kann dann später im Zusammenhang mit dem Fazit erarbeitet werden. Böse Stimmen behaupten, dass einige BetreuerInnen sowieso nur Einleitung und Fazit lesen. Darauf verlassen sollten Sie sich allerdings nicht, aber auf diese Teile natürlich ein besonderes Augenmerk legen.   Lesen Sie demnächst auf diesem Blog: So schaffen Sie Ihre Abschlussarbeit ohne Stress. TEIL III: Die Korrekturphase.

So schaffen Sie Ihre Abschlussarbeit ohne Stress. TEIL I: Die Planungsphase

5 vor 12 und immer noch nicht fertig? In meinen Gesprächen mit Studierenden während der Zeit ihrer Abschlussarbeit kommt es immer wieder zur Sprache: Die einen kämpfen mit Schreibblockaden, die anderen haben sich in der unstrukturierten Vorbereitung verloren, wieder andere leiden an akuter oder chronischer Aufschieberitis. Gerade bei langfristigen Projekten, wie Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, kann man sich leicht verzetteln. Was hilft? Das lesen Sie in meiner Artikelserie "So schaffen Sie Ihre Abschlussarbeit ohne Stress". 

Noch 3 Monate oder sogar ein halbes Jahr bis zum Abgabetermin der Bachelorarbeit oder Masterarbeit? Das klingt nach einer sehr langen Zeit. Und gerade da liegt die größte Falle. Denn oft vergehen diese Monate schneller als man denkt und bald sind nur noch wenige Wochen oder sogar Tage übrig. Die Zeit wird knapp, die Arbeitsweise hektisch, das Ergebnis unbefriedigend. Wer das vermeiden will, sollte einige Punkte beachten:     

Grobplanung machen

Abschlussarbeit angemeldet? Dann starten Sie am besten sofort. Erstellen Sie einen groben Zeitplan, wann Sie was erledigt haben wollen: Gliederung, Literatursuche, Sichtung, ggfs. Erhebung und Auswertung, Schreibprozess, Einholen von Feedback, Korrekturphase, Drucken und Binden. Wichtig ist, genug Pufferzeiten einzuplanen, denn nicht immer klappt alles reibungslos. Da muss ein Fachbuch erst per Fernleihe geordert werden, die Interviewpartner lassen auf einen Termin lange warten oder der Professor schmeißt die Gliederung noch mal völlig über den Haufen und setzt damit alles auf Anfang. Ja, alles schon vorgekommen! Wählen Sie am besten einen Endpunkt mindestens eine Woche vor dem Abgabetermin. Dann können Sie es gelassen angehen, wenn plötzlich der Drucker spinnt.              

Einen Stundenplan erstellen            

Sich jeden Tag aufzuraffen und sich an den Schreibtisch zu setzen, erfordert viel Disziplin. Leichter geht es, wenn man sich einen Wochenplan erstellt. Erst mal wichtige Termine eintragen, wie die Vorlesung, die man noch besuchen muss, oder den Nebenjob, dann die Arbeitsstunden drum herum verteilen. Am besten 6 bis maximal 8 Stunden täglich sollten es sein, eingeteilt in 2-3 Zeitblöcke. Dazu planen Sie am besten gleich regelmäßige Pausen ein und mindestens einen komplett arbeitsfreien Tag in der Woche zum Erholen und Regenerieren. Ob Sie gleich morgens um 8 Uhr beginnen und um 15 Uhr den Griffel fallen lassen oder ob Sie nach einem späten Frühstück lieber bis in die Abendstunden produktiv sind, ist dabei Ihren persönlichen Vorlieben überlassen.              

Den besten Arbeitsort finden              

Ob zu Hause im stillen Kämmerlein oder zu selbst festgelegten Zeiten in der Bibliothek, jeder lernt in einer anderen Umgebung effektiver. Während den einen der Trubel in der Uni bei der Konzentration stört, braucht der andere einen geregelten Arbeitstag außer Haus, um sich in der eigenen Wohnung nicht von Haushalt, Hobby oder Zocken am PC ablenken zu lassen. Motivationsloch oder Schreibblockade? Vielleicht hilft ein (vorübergehender) Ortswechsel. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.          

Lesen Sie demnächst auf diesem Blog: So schaffen Sie Ihre Abschlussarbeit ohne Stress. TEIL II: Die Schreibphase.

Warum korrekte Rechtschreibung in wissenschaftlichen Arbeiten so wichtig ist

In ihrem gerade erschienenen FAZ- Gastartikel "Sprachnotstand an der Uni: Studenten können keine Rechtschreibung mehr" beklagt die Professorin Dr. Hannah Bethke die mangelnden Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse der heutigen Studentengeneration. Ob es nun am schlechten Deutschunterricht liegt, an Gy8, modernen Lehrmethoden oder der Rechtschreibreform - wie geht man als Student mit den eigenen Rechtschreiblücken am besten um?   

Sicher, der Inhalt ist bestimmt wichtiger als die Rechtschreibung. Aber ganz ehrlich: Würden Sie die teure Geburtstagstorte klaglos bezahlen, auf der dick "Härzlichn Klükwunsh" steht? Wahrscheinlich nicht, obwohl die Torte vielleicht trotzdem aus besten Zutaten kreiert wurde und fantastisch schmeckt. Und genauso wie der fehlerhafte Schriftzug auf den Torten-Käufer, wirkt auch eine fehlerreiche Arbeit auf den Prüfer: abschreckend. Von der Form auf den Inhalt zu schließen, ist einfach menschlich. Und Prüfer sind eben auch nur Menschen.  

Wissenschaftliche Arbeiten, die in jedem Satz vor Tippfehlern nur so strotzen, kommen dank automatischer Rechtschreibprüfung durch Word und andere Textverarbeitungsprogramme glücklicherweise nur selten vor. Die pfiffigen Helfer unterkringeln (vermeintlich) falsch geschriebene Wörter und ziehen die Aufmerksamkeit des Schreibers gekonnt auf die fragwürdige Stelle im Text. Die Tücke dabei: Nicht immer sind die unterkringelten Stellen falsch - und nicht alle falschen Stellen werden auch unterkringelt. Aus Rechtschreibsicht ist "den" ein korrekt geschriebenes Wort. Das Korrekturprogramm kann aber nicht wissen, ob vielleicht "denn" gemeint ist oder ob es im Satzzusammenhang vielleicht "dem" heißen müsste. Deshalb ist in erster Linie ein kritischer Umgang mit der praktischen Rechtschreibhilfe angesagt - und mit dem eigenen Text. Aber wie kann man die Fehler im eigenen Text am besten minimieren?  

1.    Schreiben Sie kurze Sätze. Dann fallen Kommasetzung und Grammatik schon mal viel leichter als bei verschachtelten Bandwurmsätzen.   

2.    Prüfen Sie zumindest alle unterkringelten Stellen auf ihre Richtigkeit. Im Zweifelsfall können Sie die Seite www.duden.de zurate ziehen.   

3.    Lesen Sie sich Ihren Text laut vor. Denn schlimmer als Rechtschreibfehler sind unvollendete Sätze und Grammatikfehler. Und die hört man mit der Lautlesemethode oft gut heraus.   

4.    Lassen Sie jemand anders Ihren Text noch mal lesen. Vier Augen sehen einfach mehr als zwei.

Empfehlenswert: "Technisches Schreiben" von Christoph Prevezanos

 

Technisches Schreiben ist für viele eine große Hürde. Das Herz schlägt für technische Zusammenhänge, das Hirn muss sie jedoch in verständliche Sprache übersetzen. Kein leichtes Unterfangen. Der vorliegende Ratgeber soll dabei helfen. Ob das Buch etwas taugt und ob ich es Ihnen empfehlen kann? Lesen Sie hier ...
 
Letzte Woche streifte mein Blick in der Stadtbibliothek im Regal für Neuerscheinungen das Buch "Technisches Schreiben. Für Informatiker, Akademiker, Techniker und den Berufsalltag" von Christoph Prevezanos. Eins meiner Lieblingsthemen, also griff ich zu.
 
Der übersichtlich gestaltete Ratgeber fängt bei null an. Nach einer kurzen Einführung ins technische Schreiben allgemein, geht es als Erstes um die Auswahl des technischen Schreibwerkzeugs. Hier werden Programme von Word und Openoffice bis LaTeX und Adobe Framemaker vorgestellt, Vorlagen beschrieben, aber auch Themen wie Schriftart, Seitengestaltung und verschiedene Seitenelemente angesprochen. Anschließend geht es in den Kapiteln "Planung und Organisation" und "Strukturierung der Arbeit" an den Start.
 
Das Kapitel "Handwerkliches Grundwissen" erklärt das richtige Zitieren, wobei endlich auch mal Problematiken wie Internetquellen und E-Books angesprochen werden, was man in anderen Schreibratgebern oft (noch) vergeblich sucht. Daneben geht es um Themen wie Fußnoten, Querverweise oder Formelzeichen. Interessant ist auch der Abschnitt über Typografie und Interpunktion, wobei die Regeln vom Autor zwar korrekt beschrieben werden, im Buch allerdings fehlerhaft umgesetzt sind. Sowas sollte besser nicht passieren. Aber irren ist eben doch menschlich.
 
Das Kapitel "Sprache und Ausdruck" ist leider etwas mager geraten. Wo doch gerade das Jonglieren mit Sprache für Technikbegeisterte oft ein Problem darstellt. Trotzdem spricht es mit Schreibstil, Wortwahl, Satzbau, Leseransprache und Geschlechterfrage zumindest die wichtigsten Themen kurz an. Unerwartet, aber spannend fand ich dagegen das Kapitel "Fremdwörter, Modewörter und Fachbegriffe", bei dem sich so mancher sicherlich ertappt fühlen wird. Gerade im Informatikbereich ist der Schreiber geneigt zu booten oder zu taggen, statt hochzufahren oder zu markieren. Versteckt in diesem Kapitel findet sich auch der wichtige Abschnitt über Markennamen und Abkürzungen, die in der Schreibpraxis immer wieder gerne für Verwirrung sorgen.
 
Die Kapitel "Bilder und Tabellen verwenden", "Verzeichnisse, Anhänge und Index" und "Normen und Standards im Überblick" sowie ein Glossar runden den praktisch orientierten Leitfaden schließlich gekonnt ab.
 
Insgesamt finde ich das Buch sehr empfehlenswert. Laut Untertitel wendet es sich an Informatiker, Akademiker und Techniker und soll Hilfestellung für den Berufsalltag geben. Ich würde das Buch bereits Studenten empfehlen, denn schon im Studium sollte das Fundament für gutes technisches Schreiben gelegt werden. Wobei auf jeden Fall zu beachten ist, dass der Autor viele seiner Regeln als allgemeingültig darstellt, die verschiedenen Fachbereiche aber oft ganz andere Vorschriften für wissenschaftliche Arbeiten haben. Ein Abgleich sollte deshalb auf jeden Fall stattfinden.
 
Sobald ich das Buch wieder abgegeben habe, ist es in der Stadtbibliothek Bremen unter der Signatur "29 Tech 24 P" zu finden. Wobei sich auch ein Kauf mit Sicherheit lohnt.
 
"Technisches Schreiben. Für Informatiker, Akademiker, Techniker und den Berufsalltag" von Christoph Prevezanos, München: Hanser Verlag 2013, 223 Seiten, 19,99 Euro (ISBN 978-3-446-43721-0)
Bessere Werbetexte: die richtige Schreibperspektive

Ob im Dienstleistungssektor oder bei der Selbstdarstellung - bevor ein neuer Werbetext entwickelt werden kann, stellt sich immer zuerst die Frage nach der Perspektive. Ob "ich", "wir" oder "Firma X" - wer gibt in Ihrem Unternehmen den Ton an?

 

Nicht selten findet man in Firmenbroschüren oder auf Websites Formulierungen der folgenden Art: "Als erfahrene Beraterin stehe ich Ihnen mit meinem Know-how jederzeit zur Verfügung. Dabei legt das Unternehmen Y großen Wert auf enge Zusammenarbeit und genaue Absprachen. Wir begleiten jeden Prozessschritt von Anfang bis Ende." Gleich dreimal wird hier die Perspektive gewechselt. Schön ist das nicht und in jedem guten Roman würden Sie über solche Formulierungen "stolpern". Deshalb ist es besser, Sie legen sich von Anfang an auf eine Perspektive fest. Ob Ich-Form, Wir-Form oder Dritte Person Singular - jede Schreibperspektive hat ihre Vorzüge.

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Worauf Sie beim Wissenschaftlichen Schreiben achten sollten

Wissenschaft soll neutral sein. Das gilt auch für den Schreibstil. Deshalb sind Formulierungen mit "ich", "wir" oder "man", bis auf wenige Ausnahmen, nicht gerne gesehen. Ich verrate Ihnen, was Sie beachten sollten.

 

Ist in englischen Publikationen das "we" eine gängige Form, werden in der deutschen Wissenschaft bis heute neutrale Formulierungen bevorzugt. Sie sollen die Objektivität der Forschung unterstreichen (ob das wirklich so ist, sei mal dahingestellt). Der Autor tritt dabei hinter das Thema zurück.

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4 Tipps für flüssige Texte

Manchmal werde ich gefragt: Gibt es ein Rezept, aus guten Texten noch bessere Texte zu machen? Bestimmt hat jeder Texter da seine eigenen Methoden. Meine kann ich Ihnen gerne verraten ...

 

Tipp 1: Lesen Sie sich den Text selbst laut vor!

 

Klingt albern? Funktioniert aber! Denn die Augen und das Gehirn kennen den Inhalt. Aber Ihre Ohren hören den Text noch mal ganz neu. Und Ohren stolpern meiner Erfahrung nach eher über Logik- und Grammatikfehler: "Das hört sich komisch an" - und schon können Sie Haken im Text finden und ihn wirkungsvoll glätten. Probieren Sie es einfach mal aus - Ihre Familie bzw. Ihre Mitarbeiter gewöhnen sich daran (ich spreche aus Erfahrung.) Wenn Sie aber lautes Lesen eher skeptisch sehen oder befürchten, dabei erwischt zu werden ...

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Fachchinesisch für Anfänger

Viele Experten versuchen, mit abgehobener Fachsprache ihren Expertenstatus zu beweisen. Aber kommen sie damit ans Ziel?

 

Kennen Sie den Dunkel-Stil? Den Begriff habe ich gerade kennen gelernt und mochte ihn sofort. Denn er trifft - im wahrsten Sinne des Wortes - genau ins Schwarze. Auch wenn es ihn vielleicht gar nicht gibt.

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