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Einträge von 2014-02-18

Empfehlenswert: "Technisches Schreiben" von Christoph Prevezanos

 

Technisches Schreiben ist für viele eine große Hürde. Das Herz schlägt für technische Zusammenhänge, das Hirn muss sie jedoch in verständliche Sprache übersetzen. Kein leichtes Unterfangen. Der vorliegende Ratgeber soll dabei helfen. Ob das Buch etwas taugt und ob ich es Ihnen empfehlen kann? Lesen Sie hier ...
 
Letzte Woche streifte mein Blick in der Stadtbibliothek im Regal für Neuerscheinungen das Buch "Technisches Schreiben. Für Informatiker, Akademiker, Techniker und den Berufsalltag" von Christoph Prevezanos. Eins meiner Lieblingsthemen, also griff ich zu.
 
Der übersichtlich gestaltete Ratgeber fängt bei null an. Nach einer kurzen Einführung ins technische Schreiben allgemein, geht es als Erstes um die Auswahl des technischen Schreibwerkzeugs. Hier werden Programme von Word und Openoffice bis LaTeX und Adobe Framemaker vorgestellt, Vorlagen beschrieben, aber auch Themen wie Schriftart, Seitengestaltung und verschiedene Seitenelemente angesprochen. Anschließend geht es in den Kapiteln "Planung und Organisation" und "Strukturierung der Arbeit" an den Start.
 
Das Kapitel "Handwerkliches Grundwissen" erklärt das richtige Zitieren, wobei endlich auch mal Problematiken wie Internetquellen und E-Books angesprochen werden, was man in anderen Schreibratgebern oft (noch) vergeblich sucht. Daneben geht es um Themen wie Fußnoten, Querverweise oder Formelzeichen. Interessant ist auch der Abschnitt über Typografie und Interpunktion, wobei die Regeln vom Autor zwar korrekt beschrieben werden, im Buch allerdings fehlerhaft umgesetzt sind. Sowas sollte besser nicht passieren. Aber irren ist eben doch menschlich.
 
Das Kapitel "Sprache und Ausdruck" ist leider etwas mager geraten. Wo doch gerade das Jonglieren mit Sprache für Technikbegeisterte oft ein Problem darstellt. Trotzdem spricht es mit Schreibstil, Wortwahl, Satzbau, Leseransprache und Geschlechterfrage zumindest die wichtigsten Themen kurz an. Unerwartet, aber spannend fand ich dagegen das Kapitel "Fremdwörter, Modewörter und Fachbegriffe", bei dem sich so mancher sicherlich ertappt fühlen wird. Gerade im Informatikbereich ist der Schreiber geneigt zu booten oder zu taggen, statt hochzufahren oder zu markieren. Versteckt in diesem Kapitel findet sich auch der wichtige Abschnitt über Markennamen und Abkürzungen, die in der Schreibpraxis immer wieder gerne für Verwirrung sorgen.
 
Die Kapitel "Bilder und Tabellen verwenden", "Verzeichnisse, Anhänge und Index" und "Normen und Standards im Überblick" sowie ein Glossar runden den praktisch orientierten Leitfaden schließlich gekonnt ab.
 
Insgesamt finde ich das Buch sehr empfehlenswert. Laut Untertitel wendet es sich an Informatiker, Akademiker und Techniker und soll Hilfestellung für den Berufsalltag geben. Ich würde das Buch bereits Studenten empfehlen, denn schon im Studium sollte das Fundament für gutes technisches Schreiben gelegt werden. Wobei auf jeden Fall zu beachten ist, dass der Autor viele seiner Regeln als allgemeingültig darstellt, die verschiedenen Fachbereiche aber oft ganz andere Vorschriften für wissenschaftliche Arbeiten haben. Ein Abgleich sollte deshalb auf jeden Fall stattfinden.
 
Sobald ich das Buch wieder abgegeben habe, ist es in der Stadtbibliothek Bremen unter der Signatur "29 Tech 24 P" zu finden. Wobei sich auch ein Kauf mit Sicherheit lohnt.
 
"Technisches Schreiben. Für Informatiker, Akademiker, Techniker und den Berufsalltag" von Christoph Prevezanos, München: Hanser Verlag 2013, 223 Seiten, 19,99 Euro (ISBN 978-3-446-43721-0)
© Copyright 2018 Nele Al-Osman
 
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